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Social Recruiting: Mitarbeitergewinnung via Facebook, XING und Co.

„Fachkräftemangel!“ tönt es inzwischen aus fast allen Branchen, wenn es um das Thema Mitarbeitergewinnung geht. Laut einer Umfrage des Staufenbiel Instituts haben 55 Prozent der befragten Unternehmen „eher stark“ oder sogar „sehr stark“ mit diesem Problem zu kämpfen. Was also tun, um die wenigen Talente zu erreichen und vom eigenen Unternehmen zu überzeugen? Eine Form der Mitarbeitergewinnung, die in den nächsten Jahren voraussichtlich noch an Wichtigkeit gewinnen wird, ist Social Recruiting.

 

SOCIAL RECRUITING – DAS STECKT DAHINTER!

Social Recruiting, auch als Social Hiring oder Social Media Recruitment bezeichnet, ist eine spezielle Maßnahme des E-Recruitings, bei der Mitarbeiter über soziale Netzwerke gewonnen werden. Da Unternehmen heutzutage um gut ausgebildete Fachkräfte buhlen, wird Social Recruiting oft als Active Recruiting betrieben. Dabei sprechen Unternehmen in sozialen Netzwerken gezielt potenzielle Mitarbeiter an und warten nicht darauf, dass diese auf eine Stellenanzeige reagieren. Das Kräfteverhältnis zwischen Unternehmen und Bewerbern hat sich somit verändert – heute „bewerben“ sich oft Unternehmen bei interessanten Jobkandidaten und nicht mehr umgekehrt.

 

WARUM SOCIAL RECRUITING?

Einer der größten Vorteile der Mitarbeitersuche über soziale Netzwerke liegt in der Möglichkeit, zielgerichtet nach passenden Kandidaten zu suchen und diese direkt anzusprechen. Das kann zum Beispiel bei Facebook über die passgenaue Aussteuerung einer Werbeanzeige geschehen, die gezielt Personen anspricht, die bestimmte Kriterien erfüllen (Jobbezeichnung, Alter, Interessen, Wohnort) und auf eine offene Stelle in einem Unternehmen hinweist. So können auch Arbeitnehmer erreicht werden, die gar nicht aktiv auf Jobsuche sind.

Auch die Karrierenetzwerke wie XING oder LinkedIn bieten Unternehmen zahlreiche Möglichkeiten, interessante Jobkandidaten zu kontaktieren. XING etwa verfügt über die Funktion „Talentmanager“, die automatisch passende Kandidaten empfiehlt. Auch der „XING EmpfehlungsManager“ ist ein effektives Tool zur Personalrekrutierung. Mitarbeiter werden hier zu Unternehmensbotschaftern und können ihren Kontakten Stellenanzeigen empfehlen. Dieses Targeting minimiert Streuverluste und erreicht vor allem jüngere Kandidaten dort, wo sie sich sowieso nahezu täglich aufhalten: in sozialen Netzwerken.

Aber auch wenn gerade keine Stelle ausgeschrieben ist, lohnt es sich, das eigene Unternehmen auf relevanten Social-Media-Kanälen als attraktiven Arbeitgeber zu präsentieren. Durch gezieltes Employer Branding kann nämlich langfristig eine Community aufgebaut werden, aus der sich bei Bedarf auch Mitarbeiter rekrutieren lassen.

 

WELCHE NETZWERKE UNTERNEHMEN AKTUELL ZUM SOCIAL RECRUITING NUTZEN

Die Entscheidung für oder gegen ein Netzwerk kann für den Erfolg von Social-Recruiting-Maßnahmen entscheidend sein. Das Staufenbiel Institut fand heraus, dass sich 88 % der Unternehmen auf XING präsentieren, gefolgt von Facebook (72 %), kununu (69 %) und LinkedIn (60 %). Jedoch gaben nur 52 % der Befragten an, Stellenanzeigen in sozialen Netzwerken zu veröffentlichen. Das verwundert insofern, als über 40 % aller Jobsuchenden gezielt auf XING nach passenden Jobangeboten suchen (Studie der Universitäten Bamberg und Heilbronn). Bei der Nutzung der sozialen Netzwerke zur Mitarbeitergewinnung besteht also noch Luft nach oben.
Neben den genannten sollte in Zukunft auch darüber nachgedacht werden, visuelle Netzwerke wie Instagram und Pinterest in die eigenen Social-Recruiting-Pläne einzubeziehen, da diese viele Möglichkeiten bieten, durch hochwertiges Bildmaterial zum Employer Branding beizutragen.

 

FAZIT UND AUSBLICK

In Zeiten des Fachkräftemangels müssen Unternehmen auch beim Thema Recruiting umdenken und Bewerber dort ansprechen, wo sie sich aufhalten und nach Stellenanzeigen suchen. Die sozialen Netzwerke bieten vielseitige Möglichkeiten, geeignete Kandidaten direkt anzusprechen und sich außerdem als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. In Zukunft werden vermutlich Themen wie der Einsatz von Chatbots, die automatisiert auf Nachrichten reagieren, gezielte Mobile-Recruiting-Maßnahmen oder die Zusammenarbeit mit Influencern das Social Recruiting weiter verändern. Wir sind gespannt!

 

Quellen:
https://www.staufenbiel.de/fileadmin/fm-dam/PDF/Studien/RecruitingTrends_2017.pdf
https://www.uni-bamberg.de/fileadmin/uni/fakultaeten/wiai_lehrstuehle/isdl/2_Active_Sourcing_20170210_WEB.pdf