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Content Recycling – ja oder nein?

KLAR RECYCELN WIR – ABER KEINEN CONTENT!

Die Vorstellung ist wirklich schön: Ein Text + ein Bild = ein Post auf Facebook, ein Post auf Instagram, ein Tweet und ein Beitrag bei Google +. Vielleicht teilt Ihr das Ganze sogar auch noch als News bei Xing und LinkedIn? Und hey, warum nicht auch noch ab damit auf die Pinnwand bei Pinterest?
Was erstmal gut und sinnvoll klingt – nämlich seine Botschaft in möglichst vielen Kanälen zu streuen und so (vermeintlich) ungleich mehr Menschen zu erreichen, birgt gleich mehrere Fallstricke. Das gleiche gilt auch für das (ständige und/oder wiederholte) Teilen Eurer eigenen alten Inhalte. Warum Ihr beim Content Recycling vorsichtig sein solltet, haben wir Euch hier einmal zusammengefasst.

 

JEDES SOZIALE NETZWERK HAT SEINE EIGENEN GESETZE UND ZIELGRUPPEN

Warum sind die meisten Nutzer in sozialen Netzwerken aktiv? Richtig, sie suchen dort nach interessanten Inhalten: solchen, die unterhaltsam, interessant, witzig und – vor allen Dingen – neu für sie sind. Keiner lacht über einen Witz beim zweiten Lesen so laut wie beim ersten. Im besten Fall ignorieren User alten Content, im schlimmsten Fall empfinden sie ihn als Spam und entliken womöglich Eure Seite. Statt mehr Reichweite und Aufmerksamkeit für Eure Produkte und Dienstleistungen zu erzielen, hat das Recycling einer Information in mehreren Netzwerken oder das wiederholte Veröffentlichen in ein und demselben Netzwerk genau das Gegenteil bewirkt. Denn jedes Netzwerk hat seine eigenen Gesetze und sollte gemäß einer individuellen Content Strategie mit Inhalten bespielt werden. Warum? Hier ein paar Fakten zu den wichtigsten Netzwerken:

  • Starten wir mit dem Klassiker: Facebook! Als beliebtestes Netzwerk in Deutschland (30 Millionen aktive Nutzer) ist es heute unverzichtbar für Unternehmen, dort präsent zu sein – besonders, weil es die breiteste Zielgruppe aufweist, was Alter und Geschlecht betrifft. In den letzten Monaten ist zu beobachten, dass besonders Bewegtbild-Content dort gut funktioniert und im Newsfeed weit oben rankt. Wer alte (eigene) Inhalte teilt, wird hingegen abgestraft.
  • Bei Instagram tummelt sich schwerpunktmäßig die jüngere Zielgruppe (bis etwa 40 Jahre). Um dort erfolgreich zu sein, wird qualitativ hochwertiges Bild- oder Videomaterial benötigt, das genau diese Altersgruppe anspricht. Der Text ist hier eher zweitrangig, sodass komplexere Produktinformationen in Textform kaum Aufmerksamkeit erhalten werden.
  • Ebenfalls visuell orientiert ist Pinterest. Eure Zielgruppe sind vor allem Männer? Dann wird Euer Content hier auf ziemlich verlorenem Posten stehen, denn die große Mehrheit der Nutzer ist weiblich.
  • Ganz anders verhält es sich mit Twitter. Hier braucht ihr eine knackige und präzise Formulierung, um eure Botschaft zu vermitteln und im Echtzeitnetzwerk nicht sofort im Newsfeed unterzugehen.
  • Falls Ihr überlegt, Euren Content auf Xing und LinkedIn zu streuen, solltet Ihr Euch vorab fragen, ob Eure Zielgruppe dort überhaupt vertreten ist oder die Karrierenetzwerke vor allem zu Eurem Employer Branding, also zu Eurer Positionierung als attraktiver Arbeitgeber, beitragen. Die dort veröffentlichten Inhalte solltet Ihr dann auch genau darauf abstimmen.

 

CONTENT RECYCLING? LIEBER GESCHICKT CROSSMEDIAL VERÖFFENTLICHEN!

Natürlich gibt es Content, der immer aktuell bleibt. Es ist völlig legitim, die eigene Dienstleistung oder das eigene Produkt auf mehreren Kanälen spielen zu wollen. Dennoch solltet Ihr Euren Content dabei an den (ungeschriebenen) Gesetzen der einzelnen Netzwerke ausrichten und ihn dahingehend anpassen. Das gleiche gilt, wenn ihr alten Content noch einmal auf einem Netzwerk veröffentlichen wollt. Neu verpackt, mit anderem textlichen Schwerpunkt und frischer Grafik, werden Euch weder Newsfeed noch Fans dieses Postingverhalten übel nehmen. Im Zweifelsfall gilt: Lieber ein aufmerksamkeitsstarker und perfekt auf Euer relevantestes Netzwerk angepasster Post als Einheitsbrei auf allen Kanälen.